Alltag · Tipps und Tests

Wurmkiste im Winter

Haustiere und Kinder. Seien wir ehrlich, hätten wir keinen Hund wüsste ich nicht, wie laut ich eigentlich schreien kann. Wie lustig und lebensmüde Hunde (unser Hund) sein können und wie gut es tut, min. einmal am Tag spazieren gehen zu müssen.

Vor gut 8 Monaten kam dann das nächste Haustier dazu. Allerdings ohne Haare, ohne Beine, etwas glitschig und leider auch ohne süßem Knutsch-Knopfaugen-Blick. Ach ja, und es war nicht eins, sondern 1000.

1000 Würmer

Keine Ahnung warum es mich nicht ekelt. Eigentlich bin ich jemand, der Krabbeltiere meidet. Aber Würmer, die ich mit unserem Biomüll füttere und deren Pupu feinsten Humus für meine Kübelpflanzen und das Hochbeet produziert, gehen klar. 

Nun war unsere Kinder-Attraktion über den Sommer heiß begehrt und die Pflege recht easy. Aber was macht man mit der Wurmkiste im Winter? Wie der Standort der Wurmkiste im Winter aussehen kann und wie die Würmer auf die Kälte reagieren, erfahrt ihr hier:

Auf den Standort kommt es an

Ich kenne einige, deren Wurmkiste direkt in der Wohnung steht. Bei 20 Grad fühlen sich die Würmer am wohlsten. Wir hatten unsere Kiste zu Beginn in der Abstellkammer und im Keller stehen. 

Im Sommer haben wir sie dann hinters Haus gestellt (keine direkte Sonneneinstrahlung). Wer die Wurmkiste einmal draußen hatte, dem würde ich persönlich empfehlen, sie nicht wieder in die Wohnung zu stellen, da sich doch ganz andere Organismen in der Wurmkiste bilden, als wenn sie nur Indoor steht. Stinken tut es in jedem Fall aber nicht und es surren auch keine Fliegen um die Kiste, wie vielleicht manch einer annimmt. 

Es wird Winter 

Steht der Wurmkompost drinnen, haben die Jahreszeiten keinen weiteren Einfluss auf die Wurmkiste. Steht der Wurmkompost draußen, z. B. auf dem Balkon oder im Garten, sieht das anders aus. Dann hat das Wetter Einfluss auf die Wurmkiste, sowohl im Sommer als auch im Winter: Denn ab 30 Grad sterben die Würmer und unter 10 Grad Außentemperatur können die Würmer erfrieren. Hilfreich gegen das Erfrieren ist, dass die Kiste entsprechend voll ist, so dass die Würmer sich verkriechen können.

Wenn es richtig kalt ist, sollte die Wurmkiste an den Seiten und darunter isoliert werden. Am Besten wäre es aber, die Wurmkiste im Winter in den Keller, in die Garage oder in die Abstellkammer zu stellen. 

Die Würmer im Sparmodus

Nicht wundern: Die Würmer sind im Winter inaktiver und können oft nur einen kleinen Teil der Gemüse- und Obstreste umsetzen. 

15 – 25°C ist die perfekte Temperatur für die Würmer. Ab unter 10°C bemerkt man z.B., dass die Kompostwürmer weitaus langsamer „abtauchen“ wenn man den Deckel aufmacht.

Innere Wärme

Durch den Humus selbst entsteht Wärme, die Kiste sollte also gut gefüllt sein. Kaffeesatz sorgt auch für einen heißeren Rottevorgang und hält somit die Kompostwürmer warm. Mit einer Hanfmatte den Biomüll zudecken, isoliert auch etwas. Bitte nicht mit Zeitungspapier zudecken, da 1-3 Seiten nasses Zeitungspapier luftundurchlässig werden können. Lieber etwas mehr trockene und klein gerissene Kartonage füttern. Der Feuchtigkeitsgehalt der Kiste sollte im Idealfall zwischen 60 und 85 Prozent liegen.

Mineralien nicht vergessen

Weil es scheinbar lange ohne geht, werden die Spurenelemente und Mineralien, welche die Würmer für die Fortpflanzung benötigen, oft vernachlässigt. Tatsache ist, dass die fleißigen Würmer auf engen Raum leben, ohne die Möglichkeit, weiträumig in der Natur nach Mineralien zu suchen. Alles was in die Wurmkiste kommt, bestimmen wir.

Die Würmer benötigen Kalzium (Eierschalen sind keine Alternative) zur Produktion von Kokons und um den pH-Wert ihrer Umwelt anzupassen, sowie Eisen und andere Spurenelemente, welche im durchschnittlichen Haushalt nicht in genügender Menge vorkommen.

Diese liefern spezielle Mineral-Mixe und zusammen mit pflanzlichem Proteinen, lassen sie die Würmer fetter und aktiver werden :-). Das wiederum erhöht ihre Leistungsfähigkeit und Fortpflanzungsbereitschaft.

Oopsi, das war wohl doch zu kalt

Sollte es doch einmal schiefgehen und Ihre Wurmfarm friert durch, ist noch nicht alles verloren. Die Kompostwürmer reagieren auf die zunehmende Kälte mit erhöhter Kokon Produktion.

Die Wurm-Kokons sind weitaus frostsicherer, als Ihre geschlüpften Verwandten und gewähren somit einen kostenlosen Neustart im Frühling.

Wir lesen uns dann im Frühling, wenn es darum geht eine Wurmkiste neu zu starten. Hier findet ihr den Beitrag von unserem Start. 

Mehr von uns findest du täglich hier.

Schreibe mir gerne einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s