Oh la la Mama

Oh la la Jessica // Mama mit Concept Story…äh Store

„Mein Kind bekommt alles zuckerfrei und deins?“

Ich bin gewiss keine Mutti, die ihrem Kind alles vorenthält und nur nach schlauem Buch hantiert. Alles ausprobieren und die Welt entdecken ist unser Motto. Und dann habe ich mich doch in zuckerfrei verliebt. Wenn ich könnte, würde ich nur noch zuckerfrei Sachen kaufen, ich glaube da hätte aber der Stauraum unserer Wohnung, mein Konto und ggf. doch meine Ansicht einer pädagogisch wertvollen Erziehung was dagegen. Ok, genug Wortwitz. Die Rede ist natürlich vom Berliner Kids Concept Store zuckerfrei in Neukölln.

Insider aus dem Kiez, einen Kaffee zwischen Puzzeln aus Barcelona, Holz Lego aus Japan und einfach nur wunderbare Deko-, Geschenk- und muss-ich-unbedingt-haben-Spielsachen. Das war mein Besuch bei Jess, der Shopbesitzerin, die seit einem Jahr modernes und einzigartiges Spielzeug in die Berliner Kinderzimmer bringt. Wie läuft der Alltag als Mama und Shopbesitzerin? Mir hat sie es verraten! 

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Wie und wann entstand die Idee einen Kids Concept Store zu eröffnen?

Ich wollte eigentlich schon immer meine Ideen und Kreativität in etwas Eigenes stecken. Ich bin gelernte Schmuckgestalterin und Goldschmiedemeisterin, in diesem Bereich ist es sehr schwer Fuß zu fassen und ich hatte nicht den Mut in diese Richtung zu gehen. Als meine Tochter Fenna zur Welt kam, war mir ganz schnell klar, dass es in Neukölln Bedarf gab an schönen und nachhaltigen Sachen für Kinder. Ich hatte sofort Lust in diese Richtung etwas zu starten.

Was war dir bei der Umsetzung deiner Idee besonders wichtig?

Es sollten gesunde Produkte den Weg zu uns finden, nachhaltig und mit einem ganz besonderem Design, welches man nicht an jeder Ecke findet. Die Arbeitsbedingungen während der Produktion waren uns sehr wichtig, fairer Handel und Herkunftsland spielten dabei eine große Rolle. Das „Shop-Local-Prinzip“ sollte im Vordergrund stehen.

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Wie konntest du die Planung und Eröffnung mit dem regulären Mutteralltag verbinden?

Ich war zu dieser Zeit noch festangestellt und wir mußten alles auf den Abend legen. Es war eine sehr anstrengende, aber auch spannende Zeit. Es war alles noch ungewiss, die Bank ließ uns warten, konnten wir den Vermieter so lange hinhalten? Wir waren guter Dinge, planten die Ladeneinrichtung und als die Finanzierung stand, ging alles ganz schnell.

Hattet ihr jemanden, der euch während der „heißen Phase“ der Planung und Eröffnung im familiären Alltag geholfen hat?

Nein, hatte wir nicht. Die Großeltern leben leider nicht in der Nähe und unsere Kleine war noch zu jung für eine weitere Betreuung, somit wuppten wir alles so ganz nebenbei. Wenn ich jetzt im Nachhinein darüber nachdenke, haben wir da ganz schön was auf die Beine gestellt (lach).

Was passiert, wenn dich deine Tochter im Laden besucht?

Es ist schon besser wenn alles außer Reichweite steht, alles viel zu spannend und verlockend!

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Wie bekommt ihr den Alltag geregelt, wenn Fenna mal krank ist oder die Kita geschlossen ist?

Es ist schon so, dass mein Partner bei Krankheiten im Moment alles auffängt. Doch Fenna kommt jetzt in ein Alter, in dem sie auch gerne Freunde besucht, wenn die Kita mal früher zu macht oder andere Dinge anstehen, das erleichtert die Sache schon ungemein.

Nach einem Jahr als erfolgreiche Ladenbesitzerin, wie ist dein Fazit, was die Verbindung von Familie und Karriere angeht?

Das erste Jahr muss man sich schon tief reinknien, da man sich erst mal einen Kundenstamm aufbauen muss, es muss sich rumsprechen und in der erste Zeit kann man sich keine Angestellten leisten, ganz klar. Doch wir haben diesen Familie+Laden Spagat ganz gut hinbekommen. Mein Partner übernimmt 2-3mal die Woche die Nachmittagschicht und ich kann mit meiner Tochter unseren gewohnten Aktivitäten nachgehen, das war mir sehr wichtig. Wir haben die Öffnungszeiten so gewählt, dass wir um 18 Uhr schließen, so haben wir abends noch die Möglichkeit, gemeinsam zu kochen und die Zeit uns auf die Nacht vorzubereiten. Auch der Samstagnachmittag bleibt geschlossen, da geht die Familie ganz klar vor. Bei eigener Krankheit hatte ich schon mal das Bedürfnis im Bett liegenzubleiben, die Zeiten sind vorbei… doch es lohnt sich und ich bin überglücklich diese Entscheidung getroffen zu haben.

Inwieweit suchst du deine Produkte im Laden nach deinem eigenen Geschmack bzw. dem deiner Tochter aus? 

Ich gehe erst mal von meinem Geschmack aus, und wenn sie meiner Tochter gefallen, ist dass natürlich umso besser… ich habe damit gute Erfahrungen gemacht (lach).

Und was ist dir dabei wichtig?

Ich persönlich bin übersättigt und gelangweilt von handelsüblichen Kinderprodukten, alles wiederholt sich und am Ende ist es immer das gleiche Design und Material, die gleichen Farben. Kinder werden nicht mehr kreativ gefördert, die Spielzeuge geben alles vor. Es gibt aber sehr viele kleine Hersteller und Familienbetriebe, die sich auch mit diesem Thema auseinandersetzen, diese gehen aber bei all den marktführenden Produkten und Marken unter. Beeindruckende Formen, Illustrationen, Farben oder außergewöhnliche Verbindungen begeistern mich, das liegt ganz bestimmt auch an meiner Ausbildung. Und ich muss schon sagen, alles was aus der Reihe fällt, hatte schon immer einen ganz besonderen Reiz auf mich und danach wähle ich auch meine Produkte aus.

Findet man bei euch Zuhause auch mal ein schrecklich leuchtendes, quietschendes Plastikspielzeug?

Natürlich achten wir darauf mit welchen Dingen Fenna spielt, doch das eine oder andere Plastikteil lässt sich nicht vermeiden, dafür sorgen die Verwandten (lach). Umso mehr man sich mit fairen Produktionsbedingungen auseinander setzt, umso wichtiger wird einem dieser Aspekt und man hinterfragt die Dinge enorm. Es ist schon unglaublich, wie die Welt sich auf Kosten anderer bereichert, vor allem in der Spielzeugindustrie.

Fair-Trade-Siegel oder andere Zertifizierungen haben oftmals keinen Bestand, somit achten wir privat und auch im Laden darauf, wo genau unsere Produkte herkommen und wir lernen Tag für Tag dazu.

Was ist dein Lieblingsprodukt?

Momentan bin ich ganz begeistert von den Breenbüdel-Kühlkissen, ein Upcyclingprojekt aus Hamburg. Die Kühlpakete bestehen aus wiederverwertenden Spielzeugen, einer lebensmittelechten Folie und einer kompostierbaren Kühlfüllung mit Glitzerpartikeln. Dabei finden Schlumpfine, Goofy und Konsorten nochmal den Weg in unser Kinderzimmer. Die Kühlkissen werden in den Kühlschrank gelegt und bei Bedarf heitern sie kleine Patienten im Nu wieder auf – tolle Idee!

Was ist das beste Babygeschenk für den 1. und 2. Geburtstag?

Holzbauklötze dürfen meiner Meinung nach in keinem Kinderzimmer fehlen.
Ein wunderbares Lernspielzeug, welches die Motorik fördert, sowohl das Denken in Zusammenhängen, als auch das freie Spiel ohne Vorgaben. Und wenn man nach der ganzen Mühe die Konstruktion umwirft, macht das Ganze auch noch so richtig schön Krach. ;-)

Was sind die nächsten Ziele und Pläne mit zuckerfrei?

Ich möchte das Label zuckerfrei weiter ausbauen. Unser Upcycling Jeansprojekt kam ziemlich gut an, für den Sommer sind T-Shirts geplant und mal schauen, was mir noch so in den Sinn kommt.

Was ist dein Happy Moment mit Fenna?

Solche Momente kommen ganz plötzlich, das lässt sich nicht festlegen. Ganz toll finde ich, dass wir uns jetzt unterhalten können und sie mich an ihren Gedanken teilhaben lässt. Da purzeln ganz oft echte Kracher raus, das ist dann so ein Happy Moment.

Was bringt dich im Moment auf die Palme?

Nun ja, wir befinden uns gerade in der Autonomiephase. Da ich eine sehr willensstarke Tochter habe, kommt es momentan zu regelmäßigen Ausbrüchen… es ist die Zeit von lautem Gebrüll, Wutausbrüchen und Machtkämpfen – da gibt es schon Situationen, in denen ich erst mal innehalten muss.

Was ist dein must have im Alltag?

Meine XXL-Hüfttasche, die habe ich mir kurz nach Fennas Geburt zugelegt. Da ich kein Kinderwagentyp bin, musste da alles rein. Ich bin ein großer Fan von Hip Bags, die geben mir das Gefühl von Freiheit und trotzdem habe ich alles bei mir – übrigens auch ein idealer Partybegleiter!

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