Alltag · Oh la la Mama

Oh la la Frauke // Der Plan war nach Berlin zu gehen. Natürlich zu Frau Westwood!

Auf ein Käffchen in Berlin. Darf ich vorstellen: Frauke (38), eine ganz tolle, inspirierende und kreative Mami aus Berlin. Sie ist Mama von Enno (2), Gründerin und Designerin von Studio Blanche, passionierte Modefrau und im November kommt das kleines Baby-Mädchen auf die Welt.

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„Enno hat mich irgendwie zu mir selber zurückgeführt, zu dem was ich schon immer wollte.“

„Irgendwie justiert einen die Geburt eines Kindes neu und ich glaube, dass man immer das ausprobieren sollte wofür das eigene Herz schlägt. Ich hatte schon lange das Gefühl das ich so viel kann. Dass ich so gut ausgebildet bin und trotzdem so rumdümpel.

Es musste doch mit meinem Können Geld zu verdienen sein?!

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Ich erinnere mich genau wie fasziniert ich als Kind davon war, dass meine Mutter mir Sachen nähen konnte. Und wie Stolz ich meinen ersten Kuschelelefanten selber gemacht habe, da war ich vielleicht sechs oder sieben Jahre alt. Ich entschied mich von der Pieke auf zu lernen und treibe mich jetzt seit fast 20 Jahren im Modebusiness rum.

Der Plan war nach Berlin zu gehen. Natürlich zu Frau Westwood!

Mein damaliges großes Vorbild. Aber wie es immer so ist im Leben, kam dann doch alles ganz anders. Nach der Schneiderlehre und dem Studium ging es klischeehaft nach Paris. Wie im Bilderbuch. Mit einem Rucksack bin ich in den Zug gestiegen, hatte eine vage Zusage für ein Praktikum in der Tasche und am Ende bin ich drei Jahre geblieben. 

In Paris habe ich als Designerin für Risto gearbeitet. Risto war ein kleines, aber feines Womenswear Label rund um den sehr erfolgreichen Strickdesigner Risto Bimbiloski.  Irgendwie so ganz unerwartet lebte ich den großen Traum von der großen weiten Welt und der glitzernden Modeszene. Ich flog nach Macedonien um die Produktion anzukurbeln, weiter nach New York und zur Berliner Fashion Week. Was für eine Zeit!

Berlin – meine Stadt der Wahl. 

Ich entschied mich zurück nach Deutschland zu gehen. Ich übernahm die Head of Design Position bei Lala Berlin, arbeitete als Freelancerin, gab Lehraufträge an verschiedenen Hochschulen und wurde schwanger. 

Im Januar 2016 kam dann mein Sohn Enno auf die Welt. Und auch wenn es sich abgedroschen anhört, das hat alles verändert! Mein Drang nach einer MEGA-Karriere war irgendwie weg, aber mein Wunsch danach etwas selber herzustellen war wieder voll da. Also gründete ich im September 2017 Studio Blanche. Ein Label für mit Liebe handgemachte Kinderkleidung aus Berlin.

Und das ist es, was ich seitdem tue. Ich versuche mein kleines Business-Baby aufzubauen, bevor ich im November zum zweiten Mal Mutter werde. 

Von zuhause aus arbeiten ist schon eine Herausforderung. Wenn ich es schaffe abzuschalten, läuft es gut. Was vor allem daran liegt, dass Enno jetzt endlich in der Kita ist. Wie ja überall ist die Kita-Situation hier in Berlin ein Desaster und so konnte ich lange nur den Mittagschlaf nutzen, um irgendwas zu schaffen, oder die Wochenenden. Sowohl das Business kann da nicht wirklich voran gehen, aber auch das Familienleben leidet extrem! …und die Nerven auch! 

Enno hat zwar gut mitgespielt und mich arbeiten lassen, aber natürlich nicht ganz ohne Protest. Und das eigene Kind hinter der Tür weinen und nach einem rufen zu hören steigert weder die Kreativität noch die Produktivität. Aber das ist jetzt glücklicherweise vorbei und ich habe meine relativ geregelten Arbeitstage.

Das Zeitmanagement ist das Schwierigste!

Dieses ewige Gefühl von Zeitdruck und nicht genug schaffen können nervt. Ich habe eigentlich immer das Gefühl den einzelnen Bereichen nicht genug Zeit widmen zu können. Sitze ich an der Nähmaschine denke ich über die Fotos nach, mache ich Fotos überlege ich was mir an Stoffen fehlt. Kaufe ich neue Stoffe, fehlt mir die Zeit um meine Webseite und den Onlineshop upzudaten. Ich hoffe, dass sich das alles einspielt und ich meine Ressourcen immer besser einteilen lerne.

Kind und Karriere das geht bestimmt, ABER: 

Ich glaube entweder muss man schon eine wirklich gute Vorarbeit geleistet haben, oder man braucht einen Partner/Partnerin die kürzer tritt. 

Bezogen auf Kinderkleidung bin ich mir auch gar nicht so sicher, ob ich mich hier nicht in einer Blase befinde, die es im Rest von Deutschland nicht gibt. Hier muss ja irgendwie alles Öko und am Besten aus Wolle oder Wolle/Seide sein. Puppen sind natürlich Waldorfpuppen und Schnuller, wenn überhaupt, diese riesen Kautschukdinger. Ob das Fluch oder Segen ist wird sich zeigen. Ich glaube aber, dass es hier eine sehr kaufkräftige Eltern- und Großelternschicht gibt. Jetzt muss ich die nur noch erreichen.

Ich will nicht verheimlichen, dass mit der Entscheidung zur Selbstständigkeit auf einmal eine mir nicht bekannte finanzielle Unsicherheit in mein Leben getreten ist. Bald läuft mein Gründerzuschuss aus und es wird sich zeigen wie es weitergeht. 

Aber weiter geht es immer. Machste eine Tür zu, geht eine andere auf. Das ist wirklich so.

Momentan bin ich dabei Kooperationen mit Künstlerinnen, Bloggerinnen und anderen Designer*innen voranzutreiben. Meine letzte Kooperation war mit dem wunderbaren Hendrik, mit dem ich gemeinsam mal etwas andere Stofftiere kreiert habe.“ 

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**Übrigens bietet Frauke auch immer mal wieder die Workshopreihe „made by mami“, Nähkurse für Mamas und natürlich auch Papas an. Das Konzept ist kurz zusammengefasst 1 Tag, 1 Teil und richtet sich sowohl an absolute Anfänger, als auch an erfahrene Hobbynäher*innen.

 

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