DIY

Vom bellenden Hund und den Weihnachsbratwurstkeksen

Weihnachsbratwurstkekse – klingt nicht gut? Schmeckt aber umso besser…also zumindest dem Tierchen. Da wir mit „Platz“ beim Hund nicht so viel Erfolg haben, probieren wir es jetzt mal mit Plätzchen. Hier kommt das ultimative Hunde-Plätzchenrezept für die Weihnachtszeit.

Zuerst muss ich aber die Geschichte zum Rezept erzählen. Wir haben unseren Hund aus dem Tierschutz in Spanien. Wahrscheinlich hat er nicht die beste Vergangenheit. Alles was wir von ihm kannten, war ein Foto auf dem uns ein zotteliges Tier mit Dreadlocks, einer Zunge, die fast bis zum Boden hing, mit schiefem Kopf und noch schieferen Zähnen angrinste. Ach ja, und eine Art Profilbeschreibung, die im Nachhinein betrachtet sowohl auf  das Nashorn im Berliner Zoo als auch auf ein italienisches Eichhörnchen gepasst hätte. Es war Liebe auf den ersten Blick, egal welche Macken das Hündchen haben sollte… In der ersten Woche waren wir davon überzeugt, dass dieser Hund nicht bellen kann. Ich muss immer wieder laut loslachen, wenn mir das wieder einfällt.

       Der Hund bellt öfter am Tag, als eine Schwangere die Klospülung betätigen muss

Er ist Menschen gegenüber erstmal misstrauisch und auch wenn er sehr süß aussieht, bellt er gerne mal los, was viele erschreckt. Was musste ich mir schon alles anhören („na das ist aber ein Wolf im Schafspelz, hohoho!“), wurde beschimpft („grob fahrlässig mit dem Hund auf die Straße zu gehen“) und gelobt („toll, wie er den Kinderwagen beschützt“). Er hat noch nie jemanden verspeist, aber besonders wenn ihm unbekannte Männer zu nahe kommen, ihn erschrecken, sofort anfassen wollen oder nur irgendwie komisch in der Nase bohren, bellt er gerne mal los und macht einen auf dicke Fellhose. Wir haben schon alles ausprobiert: Wasserspritze, Anti-Bellhalsband mit Duft, Anti-Bellhalsband mit Vibration, Hundeschule, Hundetrainer, Hundepsychologe…. Das Ergebnis: Durch die Wasserspritze war die Wohnung immer nass und das Dufthalsband sorgte nur für eine frische Brise. Beim Vibrieren hatte ich eher das Gefühl, er findet es angenehm und verrenkt sich noch zusätzlich, damit die Vibration auch „da hinten, rechts, etwas weiter unten, ja genau da“…hinkommt. Die Hundeschule half nichts und der Hundepsychologe bescheinigte, dass unser Hündchen

              nicht nur der Chef des Hauses, sondern schon der Vorstand sei. Nun ja.

Zurück zur Rezeptgeschichte. Wir haben im Haus einen Nachbarn, der wie besessen von unserem Hund ist. Er wird auch sehr gerne angebellt und hat sich zu seiner Lebensaufgabe gemacht, dass unser Hündchen ihn mag. Er kauft also Leckerlis und jedes Mal, wenn wir ihn im Hausflur treffen oder er ein abgegebenes Paket bei uns abholt, gibt dieser Mann alles in Sachen Bestechung, damit das Schlappohrtier ihn nicht anbellt.
Nach 15 Minuten, stehend in unserer Wohnungstür, zerkaut der Hund das 25. Leckerli und der Nachbar hat endlich die Lizenz zum Streicheln. Kommt der Nachbar aber einen Tag später wieder, beginnt das Spiel von neuem. Lustig ist, dass beide nicht aufgeben. Der Hund vergisst nach einer Minute, dass er den Mann kennt und eigentlich mag und der Nachbar kann nachts nicht schlafen, wenn er das Fellmonster nicht zur Schmusekatze gebändigt hat.

Ich bin mir gar nicht so sicher, ob der Nachbar uns das Rezept aus Freundlichkeit vorbei gebracht hat oder, ob er es tat, weil die monatlichen Kosten für Leckerlis langsam aber sicher sein Haushaltsbudget sprengen.

Wir haben es auf jeden Fall ausprobiert und es kam gut an!

Was man dazu braucht:
250 g Roggenvollkornmehl   
(ich habe aber Dinkelvollkornmehl genommen, das hatten wir gerade da und ich habe nachgelesen, dass Hundebäckereien auch mit Dinkelvollkornmehl backen und das sehr bekömmlich sei)
100 g Haferflocken
30 g Schweineschmalz
100 g Wurstbrät 
(ich habe beim Metzger einfach eine rohe, feine Bratwurst gekauft und die Haut abgezogen)
200 ml Wasser

Alle Zutaten zu einem festen Teig verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

Den Ofen auf 160 Grad vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. 1 cm dick ausrollen und mit Backförmchen Kekse ausstechen. Anschließend 40 Minuten backen und danach im ausgeschalteten Backofen trocknen lassen. In einer Keksdose sind sie ca. 2 Wochen haltbar. Guten Appetit.

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