Reisen mit Baby

Reisen mit Kind // Dominikanische Republik 

Es ist sooooo kalt da draußen, zumindest hier in Berlin. Täglich muss ich mich vor den Nachbarn rechtfertigen, dass das Kind nicht gerade vom Hund aufgefressen, oder von mir misshandelt wird. Ich ziehe ihm lediglich seinen Schneeanzug an. Und eine Mütze.

Ich bin einfach kein Wintermensch und mein Kind anscheinend auch nicht. Was gibt es da Schöneres als den nächsten Familienurlaub zu planen. Um das zu tun, stelle ich regelmäßig ein Urlaubsziel mit Kind vor.

Diesmal kommt der Tipp von Denise aus der Schweiz. Apropos Schweiz, letztens habe ich gelesen, dass es in der Schweiz per Gesetz verboten ist, eine Autotür laut zuzuknallen! Denise, ich weiss, du hast mir schon viele Fragen beantwortet, aber diese würde mich doch noch interessieren. Wie gerne würde ich auch in Neukölln das Zuknallen einer Autotür gesetzlich verbieten, besonders wenn Junior gerade die Augen zugemacht hat und ich sogar noch die Luft anhalte, weil ich der Meinung bin, so lautloser aus dem Zimmer zu kommen.

Aber zurück zu Denise, die mit ihren drei Männern in die Dominikanische Republik gereist ist. Während Denise zu 60% in einem Büro arbeitet und zu 20% in einer Bar, ist sie die übrigen 120% Mutter und Verlobte eines Polizisten. Ihre Jungs, Janis und Joshua, waren zum Zeitpunkt der Reise beide noch sehr klein. Janis war etwas über ein Jahr, und Joshua drei Monate alt. Die beiden haben 13 Monate Altersunterschied. „Ja, wir wollten es wissen, jetzt wissen wir es!“, schmunzelt Denise.

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Was war der Grund eurer Reise?

Wir hatten die Möglichkeit über einen guten Freund sehr günstig ein Haus in Samana (Dominikanische Republik) zu mieten. Mein Verlobter Chris war noch nie ausserhalb von Europa. So haben wir uns entschieden, mit den Kindern und zwei befreundeten Pärchen die Reise anzutreten. Die (mehr oder weniger) kostenlosen Flüge sind dann doch einfach sehr reizvoll, auch wenn es logistisch und organisatorisch ein etwas grösserer Aufwand ist mit Kindern zu fliegen.

Wie war eure Reiseroute und wie lange seid ihr gereist?

Wir sind von Basel nach Paris geflogen und von dort nach Santo Domingo. Nach dem doch relativ langen Flug, haben wir eine Nacht in Santo Domingo übernachtet. Das Hotel war verriegelt wie eine Festung. In der Nacht hörten wir Schreie und Polizeisirenen. Santo Domingo würden wir mit Kindern nicht unbedingt empfehlen. Wir waren froh, früh morgens, nach dem Frühstück, unsere Reise mit dem Auto anzutreten. Um nach Samara zu kommen, mussten wir einmal quer durch das ganze Land fahren.

Wir hatten zwei Geländewagen gemietet und für Joshua haben wir den Maxicosi von Zuhause mitgenommen. Leider hatte die Autovermietung den von uns reservierten Kindersitz für Janis anderweitig vergeben und so schnell konnte auch kein anderer aufgetrieben werden. Naja, andere Länder, andere Regeln. Hakunamatata und ein Stossgebet gegen Himmel. So ist Janis wie ein Grosser, angeschnallt auf dem Rücksitz gefahren. Neben ihm ist immer ein Erwachsener gesessen. Er hat das ganz super gemacht. Die Straßen, muss man dazu sagen, waren nicht vergleichbar mit unseren Strassen. Immer wieder mal eine Kuh-Herde auf der Strasse, Menschen, Schlaglöcher oder andere Hindernisse – Flüsse zum Beispiel. Unsere Fahrgeschwindigkeit schwankte zwischen 15 und 20km/h. Nach 6 Stunden Fahrt haben wir dann unser Haus erreicht. Es war atemberaubend, mit einer sensationellen Fernsicht und einem eigenen Strandabschnitt.

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Habt ihr im Vorfeld viele Tipps/ Meinungen oder vielleicht auch Kritik wegen der bevorstehenden Reise bekommen?

Oh ja sehr! Und alle ungefragt!
– Es sei absolut verantwortungslos, mit einem so kleinen Kind so eine grosse Reise anzutreten.
– „Was, wenn ein Kind ins Krankenhaus muss?“
– „Was, wenn euch das Milchpulver ausgeht?“ (Joshua wurde bereits nicht mehr gestillt und das Milchpulver ist ausgegangen ;-))
– „Dort herrscht Armut, alle sind kriminell!“
– „Überall Mosquitos, die übertragen Krankheiten“
…und noch vieles Andere, mussten wir uns anhören.

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 Wie habt ihr euch auf die Reise vorbereitet?

Großartig vorbereitet hatten wir uns nicht. Keine speziellen Impfungen. Die Kinder hatten eine Kombi-Impfung. Wir waren nicht geimpft. Wir haben darauf geachtet, dass wir Medikamente aus der Schweiz mitnehmen konnten für alle Fälle (Fieberzäpfen, Schmerzmittel, etc.). Auch haben wir ausgerechnet, wie viel Milchpulver wir benötigen. Leider haben wir dominikanische Ameisen in Verbindung mit tropischer Luftfeuchtigkeit unterschätzt, so konnten wir eine ganze Packung Milchpulver wegwerfen, da Sie über Nacht offen lag und anschließend lebte.

 Was ist dein Tipp für einen langen Flug mit Kind? 

Wenn man selbst entspannt ist, dann ist es das Kind auch.

Was sind die besten „to do’s“ Vorort?

Den Strand von Rincon muss man gesehen haben. Kleines Restaurant mit frischem Fisch, Palmen, die sich dem Wasser entgegenstrecken, weißer Sandstrand, einfach traumhaft.

Mit einem Schnellboot sind wir um die Halbinsel herumgefahren und an den Strand von Fronton. Im Zentrum von Las Galeras kann man gut einkaufen. Es hat ein paar verschiedene Lebensmittelgeschäfte, eine Apotheke und div. Souvenirgeschäfte. Das Benzin wird in Bierflaschen verkauft, so kann es schon mal vorkommen, dass man anstatt bleifrei, Diesel tankt. Ist uns auch passiert, glücklicherweise haben wir es gemerkt, bevor wir den Motor gestartet haben. Eine gute Nase ist hier Gold wert.

Was war der beste Moment der Reise für das Kind?

Die Jungs haben jeden Tag sehr genossen. Ob Sandburgenbauen am Strand, schlendern durch die Dörfer, einfach nur in der Hängematte liegen, oder auf dem Schnellboot im Ergo Baby an Papa geschnallt, alles war ein Erlebnis.

Was war der beste Moment für Mama?

Auch Mama hat jeden Moment genossen. Es gab keinen Zeitdruck. Wir konnten tun und lassen was wir wollten, und während der 2h Mittagsschlaf, konnte ich am Pool gemütlich ein Buch lesen.

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Was glaubst du, war der „schlimmste“ Moment für das Kind?

Der schlimmste Moment für das Kind war wohl der, als wir auf dem Rückflug in Paris wieder umsteigen mussten, und es plötzlich nicht mehr gewohnte 36 Grad, sondern – 5 Grad hatte. Wir klauten ein paar Decken im Flugzeug, als wir Paris im Schnee versinken sahen.

Was sollte man beim Reisen allgemein und auch Vorort beachten?

Es ist ein anderes Land, mit anderen Menschen und anderer Kultur. Wenn wir als Schweizer etwas von unserer „Strenge“ und „Ängstlichkeit“ ablegen, kommt man dort sehr gut zurecht. Man braucht Vertrauen in sich und die Umgebung. Prinzipiell kann immer etwas passieren.

Wie seid ihr mit den Themen Hygiene/ Sonnenschutz/ Mückenschutz umgegangen?

Wir haben uns gewaschen :-) .Glücklicherweise war meine beste Freundin so eine Art Mückenfalle, wie sich herausgestellt hat. Glück für uns, sehr viel Pech für sie. Trotz „Antibrum“ und anderen regionalen Produkten hat sie zum Teil Nächte im Pool verbracht, weil sie so zerstochen war, dass sie es kaum ausgehalten hat. Der Rest von uns hatte keine Probleme mit Mücken. Wir haben darauf geachtet, dass die Kinder sich im Schatten aufhielten und ihnen auch bei den heißen Temperaturen leichte, jedoch langärmlige Kleidung und Hut, angezogen. Eine Sonnencreme alleine hätte bei der Babyhaut wohl nicht gereicht.

Was darf in eurer Reisetasche nicht fehlen?

Für die Kinder: Fieberzäpfchen und Schmerzzäpfchen
Für die Erwachsenen: Imodium
Alles andere kann im Notfall besorgt werden. Nur bei den Medikamenten habe ich gerne die Produkte, die ich kenne.

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