Alltag

Woche 6 // Er kam, sah und heulte – Wutanfall in der Öffentlichkeit

Hallo Österreich, hallo Schnee, hallo Sonnenschein, hallo Natur.

Seit einer Woche touren wir durch Süddeutschland und Österreich und geben uns die volle Family and Friends Dröhnung.

Den ersten Teil hatten wir ja ganz gut überstanden, also jeder für sich. Junior mit Oma und ich mit Freunden, Bier und einer kreditkarterauchenden Shoppingtour.

Weiter ging der Trip nach Österreich zum Opa, im Gepäck neue Backenzähne und ne richtig miese Laune.

Den Höhepunkt gab’s auf der Skialm. Erst noch meinen Kaiserschmarren verdrückt, testete der Schneezwerg die komplette Sesselliftabfahrt, ob man sein Schrei-Echo auch wirklich bis ins Zillertal hören kann. Es wurde sich gebäumt, geschrien und weltuntergangsmäßig mit den Armen gefuchtelt. Die Menschen in den entgegenkommenden Gondeln hatten nur zwei Gesichtsausdrücke für mich. Entweder der „Gott bin ich froh kein Kind zu haben!“, oder der „Puh, weisst du noch Hanni, als der kleine Marius so gschrian hat?“.

Junior beschallte die Piste und ich versuchte mit allen Mitteln das Kind festzuhalten. Während meine atmungsaktive Skiunterwäsche schweißgebadet zum Tropfen anfing, Junior der Atem nicht ausging und mir der Atem stockte, krallte ich mich in mein Kind und beschloss es einfach auszusitzen (was anderes blieb mir, alleine im vierer Sessellift, auch nicht übrig). Ich hatte nicht mal einen Traubenzucker in der Tasche, mit dem ich die Situation und Juniors Laune vielleicht noch hätte in den Griff kriegen können. (Achtung: Nicht nachmachen! Junior kommt auf Traubenzucker gar nicht klar. Ist das Bonbon weg, wird er zum Aggro-Junky mit laufender Nase, Sabber um den Mund, kommt mumienartig, mit ausgestreckten Armen auf dich zu und will Nachschub haben.)

Junior war so ungeduldig, wie ich beim Warten auf getrockneten Nagellack. Auf halber Strecke sah ich dann nur noch im hohen Bogen einen kleinen, pinken Winterstiefel fliegen (Erbstück der Nachbarin und multicolore-Erziehung).

Der Schuh prallte an eine Tanne, verfehlte haarscharf ein Eichhörnchen, kullerte weiter, ein Snowboarder musste ausweichen und sein Brett kam mit einem lauten Kratzen auf der Eispiste zum Stehen. Die Leute im Lift stießen ein einheitliches „OH“ aus und Junior verstummte (kurzzeitig). Vom Schuhschreck schnell erholt, ging aber das Gequengel weiter und unten angekommen war ich reif für die Après-Ski-Bar. Ein Kurzer für mich war leider nicht drin, weil der Kurze von mir besser auf schnellstem Weg nach Hause sollte.

Ich geh jetzt Yoga mit YouTube machen.

4 Kommentare zu „Woche 6 // Er kam, sah und heulte – Wutanfall in der Öffentlichkeit

  1. Oh ja, manchmal hilft echt alles nix. Manchmal müssen auch die Kleinsten ihrer Wut einfach freien Lauf lassen. Gut nur, dass nix mit dem Schuh passiert ist…

    Liebe Grüße und viele Nerven
    Melanie

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    1. Liebe Melanie, das stimmt wohl. Augen zu und durch. Den Schuh haben wir am Ende noch im Tal von dem netten Snowboarder bekommen, der ihn mit runter genommen hat :-) haha

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  2. Oje sowas steht mir noch bevor 😯 , da kann man nur sagen : Augen zu und durch!
    Aber hey , jeder hat das schon durch u die ohne Kinder machen das mit ihren Freunden u deren Kindern durch .
    Lg

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  3. Ja, der Tag hat Nerven gekostet😰😰😰
    Hatte mir im Sessellift hinter Euch gedacht, ein Geschirr für ihn mit Karabinerhaken wäre doch sicherer😂👍
    Gott sei Dank war es nur der Schuh, der flog😅
    Aber er war trotzdem sooo süß die Tage😘😘😘
    Aber so wie er an diesem Tag drauf war, bin ich mir sicher, dass der Snowboardfahrer
    Ihn Dir auch sofort mit runter gebracht hätte!😂😂😂
    Bussi

    Gefällt 1 Person

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