Alltag

Meine Woche 29 // Wir tanzen barfuß in der Wiese

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Das ist es also, das Landleben! Seit einer Woche haben wir die Großstadt Berlin gegen ein Abenteuer im Münchner Umland getauscht. Hier krähen die Hähne, es riecht nach Kuh-Pupu und Dank der Dorfkirche, weiß ich immer wie spät es ist. Es ist herrlich. Natürlich wird es Dinge geben, die ich vermissen werde, aber momentan fühlt es sich wie Urlaub an. Die Sonne knallt auf die Terrasse, der Junge spritzt mit dem Gartenschlauch den Hund nass und wir tanzen barfuß auf dem Rasen.

Dinge die ich schon gelernt habe: 
–   Samstags macht alles mittags zu.
–   Ohne Auto geht gar nichts.
–   Feldwespen sind eigentlich nicht aggressiv.
–   Eine 6 Meter Ikea Küchenzeile besteht aus 74 Paketen und wiegt 516 kg.
–   Rosen schneidet man vor dem ersten fünfblättrigen Zweig ab.
–   In Steinwänden hält kein Nagel.
–   Morgens klingelt der Postbote und drückt einem persönlich die Briefe in die Hand   (klischeehaft bellt der Hund ihn an).
–   Fliesen streichen ist anstrengend, aber lohnt sich.

Die letzten Tage im Schnelldurchlauf:

Tag des Umzugs: 

Natürlich beschweren sich die Möbelpacker, dass die Kisten zu schwer sind – wer konnte aber auch ahnen, dass sie drei auf einmal tragen?

1. Tag: 

Der Feind in meinem Schlafzimmer – die Mücke.
Die erste Nacht im Haus – Junior schläft unruhig und ich lege mich zu ihm ins große Bett. Keine zwei Minuten später brummt es neben mir, als würde ein zwei Euro Stück mit Flügeln meinen Oberarm als Landebahn ansteuern. Hingebungsvoll, selbstlos und voller Mutterliebe gebe ich mich hin, strecke Arme und Beine aus und lasse es zu. Memo an mich: Citronellaöl kaufen und darin den Jungen und mich baden!

2. Tag: 

Es ist so unfassbar dunkel hier. Ich als Stadtkind kenne das nicht. Kein Straßenlicht, keine LED Beleuchtung vom Späti unter uns und ein bisschen vermisse ich sogar den blinkenden Burger-Schriftzug von gegenüber. Hier blinkt und leuchtet nichts. Wenn der Junge nachts wach wird, muss ich mit einer Taschenlampe, sein Zimmer und das Kind im Bett suchen. Neben dunkel, ist es aber auch so leise, dass man einen Eichhörnchen-Pups auf der Straße nicht überhört.

3. Tag: 

Seit Tagen versuche ich dem Hund beizubringen, dass das borstige Ding in der Hecke nicht der Trocknerball ist, den er mir immer aus dem Bad klaut, sondern ein mittlerweile von seinem Gebell tauber Igel.

4. Tag: 

Wir haben jetzt ein „Bidet“ im Badezimmer, was praktischerweise zum Kinderwaschbecken umfunktioniert wurde. Und dann stehst du da und fragst dich, ob das ein Wasserohrbruch im neuen Haus ist, oder ob sich der Kleine nur schnell die Hände selbst gewaschen hat…

5. Tag: 

Liebe neue Nachbarn, bitte entschuldigt, ich habe dem Sohn heute morgen um 6 Uhr den falschen Löffel gegeben. Momentan teilen sich eine dreiköpfige Familie und der Hund (uiuiui) EINEN Löffel. Die anderen sind noch in irgendeiner Kiste verpackt.

6. Tag: 

Ich gebe mir wirklich Mühe, dass alles sehr schnell akkurat und wunderschön aussieht. Aber unser Schlafzimmer sieht aus, als hätten die Klamottenkisten genießt und auch alle anderen Zimmer gleichen den verschiedenen Seiten aus einem Wimmel-Buch.

 

Schwangerschaftsupdate: 

Ich bin jetzt in der 22. Woche. Es wird ein kleiner Junge und in der Sekunde, als ich die rosa Kleidchen in Gedanken wieder retour schicke, zählte mir mein Mann die Vorteile von zwei Jungs auf. Auf Platz 1: Wir müssen keine Klamotten kaufen…

Angesichts der Tatsche, dass im Keller ca. 15 Kartons mit der Aufschrift „Baby Klamotten“ mit umgezogen sind, muss ich ihm stillschweigend Recht geben.

Der Bauch hat in den letzten zwei Wochen „Plopp“ gemacht und mittlerweile sieht es aus, als hätte ich den kleinen Ball vom Räuber verschluckt. Baby Nr. 2 liegt quer, weshalb ich bei jeder rechts oder links Biegung meines Oberkörpers einen ordentlichen Tritt in die Rippen bekomme.

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Ich bin happy! Richtig happy und ich glaube, hoffe, denke, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Und solange der Gartenschlauch Wasser lässt, ist Junior mit mir einer Meinung.

Fortsetzung folgt. 

 

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