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Sri Lanka Reisetipps mit Kindern

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Ich habe die Zusammenfassung jetzt lange vor mir hergeschoben, der Urlaub liegt über einen Monat zurück. Würdet ihr aktuell nach Sri Lanka reisen? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Nach dem, was dort passiert ist, ist es gefühlt ein riesen Rückschlag für die Singalesen, die in den vergangenen Jahren so viel gegeben habe, um Sri Lanka für den Tourismus auszubauen, ein neues Hip-Familien-Abenteuer-Urlaubsdomizil zu werden. Das ist wirklich unglaublich schade für dieses so freundliche Volk. Dennoch möchte ich euch hier unsere Tipps, Highlights und Erfahrungen mitgeben. Vielleicht auch für die eine oder andere Reise mit Kindern allgemein hilfreich.  

Flug: 

Wir sind von München über Dubai nach Colombo geflogen. Wir hatten einen Übernachtflug, erst 6 Std., dann noch mal 4 Std. Die Kids haben das gut gemacht. Der Große hatte eine iPad-Flatrate, wie das aber immer so ist, wenn etwas uneingeschränkt erlaubt ist, verliert es seinen Reiz. Für den Kleinen hatten wir die Babyschale bestellt. Emirates nahm es aber sehr genau und wegen ein paar Zentimeter zu viel, durften wir sie nicht benutzen. Alles in allem war der Flug ok. 

Ankunft: 

Viele buchen sich einen Fahrer, der sie den ganzen Urlaub begleitet. Das ist sicher eine gute Alternative, wobei Taxis auch überall zu finden sind und gerade für längere Strecken faire Preise anbieten. Einen Mietwagen würde ich nicht empfehlen. Meist ist der Besitzer einer Unterkunft oder sein Homie ein Taxifahrer und es wird sich darum gerissen, dich von A nach B zu fahren – für einen sehr fairen Preis. 

Day 1-4: Kalutara 
Day 4-5: Kandy 
Day 5-6: Nuwara Eliya
Day 6-7: Ella 
Day 7-16: Habaraduwa Beach 
Day 16-20: Galle 

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Unsere erste Station war Kalutara, ein schönes 5 Sterne Hotel für den Start. Ich bin kein All-Inklusive-Fan, stellte sich aber raus, dass es mit zwei kleinen Kindern schon die beste Möglichkeit ist, um an das Maximum an „Entspannung“ in einem Familienurlaub zu kommen. Kinderpool, zu dem im 15 Min.-Tackt kostenloses Eis serviert wird, ein Spielzimmer, Spielplatz, Tretboote, Kinderessen,… 

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Nach vier Tagen sind wir dann aber zu unserem Abenteuer aufgebrochen. 

Mit dem Auto ging es von Kalutara nach Kandy. Achtung: Alle Wegstrecken, die auf Google Maps „machbar“ erscheinen, sind in Wirklichkeit doppelt so lang. Kein Wunder, wenn ständig Hunde, vier Tuk Tuks nebeneinander oder sogar Elefanten auf der Straße unterwegs sind und die Durchschnittsgeschwindigkeit selbst auf Schnellstraßen bei 30h/km liegt. 

Pinnawela: ist ein Elefantenweisenhaus. Hier sind die Elefanten bis halb 4 Uhr nachmittags an einem Fluss und dürfen baden. Wohl eines der bekanntesten Bilder Sri Lankas. Doof, dass wir wegen monsunartigen Regen zu lange im Stau steckten und die Elefanten dann nur noch in ihrem Camp besuchen durften. 

Im Nachbarort, in Rambukkana, gibt es hingegen das „Elephant Freedom Project“. Hier kann man die Elefanten füttern und waschen. Das ist wahrscheinlich mit etwas größeren Kindern das empfehlenswertere Abenteuer. 

Kandy 

To Do:
City Walk
Botanischer Garten
Tempel besichtigen

Schlafen: 

Villa 49 – für eine Nacht super, sehr gastfreundlich und zentral. Fünf Minuten von der Unterkunft ist ein riesengroßer, toller Spielplatz. 

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Das war auch mein Favorit aber leider nicht mehr verfügbar: 86148b4c-aadb-4c0e-a3ee-3250b99e31dd.jpg

Zugfahrt:

Wahrscheinlich der Hauptgrund, warum man nach Kandy kommt. Allgemein ist Zugfahren in Sri Lanka super und im Trend. Man umgeht den Verkehr, auf der Stecke von Kandy nach Ella fährt man durch hohe Teeplantagen und es ist sehr günstig (12€ p.P. mit reservierten Sitzplatz). 

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Gut zu wissen: 
Wir haben unsere Tickets vorab hier gebucht. Wir haben 2. Klasse mit Sitzplatzreservierung gebucht. Da wir in der Main Season und zur Urlaubszeit gefahren sind, war das definitiv eine gute Idee. 

  1. Klasse – klimatisiert, sehr leer, Türen und Fenster können nicht geöffnet werden 
  2. Klasse – Die Fenster sind offen und der reservierte Teil ist nicht sonderlich voll. Achtung, in den reservierten Teil gelangt man über die 1. Klasse – das ist ein bisschen verwirrend. 
  3. Klasse – bestimmt ein Abenteuer. Fenster und Türen sind offen und wenn man Glück hat, sitzt man neben Einheimischen und Hühnern. Wenn man aber Pech hat, ist der Zug total überfüllt, man quetscht sich zwischen schwitzenden Menschenmassen und muss Angst haben, aus einen der Türen zu fallen, während man einem Blogger behilflich ist, ein „total natürliches-ich-hänge-mich-aus-dem-Zug-Bild-zu-schießen“. 

Hier ein Blogbeitrag über die Zugfahrt und die besten Tipps um ein „ich hänge mich stylisch aus dem Zug Bild“ zu machen :-). Übrigens auf dem Weg von Kandy nach Nuwara Eliya ist es besser rechts zu sitzen, von Nuwara Eliya nach Ella besser links. Die Toiletten im Zug sind ok, solange man keine Scheu hat, sie mit drei riesen Kakerlaken zu teilen. 

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Wer mit Kindern reist der weiß, das Wichtigste im Gepäck sind Snacks und Essen. Im Zug gibt es aber auch die Möglichkeit ein paar Snacks zu kaufen (sehr lecker aber sehr scharf). 

„Warum reisen so viele Leute ohne Gepäck?“, dachte ich, als ich am Bahnsteig stand, mit zwei Backbacks, einem kleinen Rucksack, einem Buggy und zwei Kindern an der Hand. Lösung: Die meisten haben einen Fahrer, der sie am Bahnhof rauslässt und dann mit dem Auto und ihrem Gepäck zur nächsten Station fährt und sie dort wieder einsammelt! Well, Backpacken 2.0. 

Nuwara Eliya: Die Zughaltestelle nennt sich Nanu-Oya und ist ca. 3 Stunden von Kandy entfernt. Hmm, ich muss gestehen, auch wenn es als das „kleine England“ gilt, ich bin kein Fan. Ja, es gibt einen netten See und ja, man hat einen Stopp genau auf der Hälfte der Strecke. Nuwara Eliya ist aber ein Touristenort für Singalesen, war zu unserer Zeit total überfüllt, wir hatten schlechtes Wetter und eine schlechte Unterkunft. 

Ich glaube, ich hätte den Stopp gerne ausgelassen oder in dieser Unterkunft geschlafen!

154f32f9-4433-46a5-a824-2ec529de19c9.jpgElla: 

Willkommen in Ubud auf Bali oder Koh Phangan in Thailand. Der Ort wurde in den letzten Jahren zum Backpacker Paradies und bietet Tausende von kleinen Homestay Unterkünften, kleinen Restaurants und nette Cafes. Hier kann ich euch leider keine bezahlbare und schöne Unterkunft empfehlen, wobei diese hier sehr nett aussieht: 

Chill Ville, View Point 116249607.jpg

To Do:
Ravana Wasserfall
Nine Arch Bridge
Little Adam´s Peak

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Wir Banausen sind nur, bei 35 Grad im Schatten, auf den Little Adams Peak gewandert, was aber ein absolutes Highlight war. Von Ella zum Udawalawe Nationalpark sind es gute zwei Stunden mit dem Auto. Der Vorteil bei diesem Nationalpark ist, dass die meisten Elefanten zu sehen sind. Für uns ging es direkt weiter an den Strand (4 Stunden Fahrt). Auf der Fahrt wurde dann bei einer Tante unseres Taxifahrers angehalten, damit Jakob und ich auf die Toilette gehen durften. Das war wohl die urbanste Erfahrung des Urlaubs oder auch, als ich Johann am Straßenrand an einem verlassenen Ananas-Stand gewickelt habe… 

Allgemein sind die Singalesen ein unglaublich freundliches und hilfsbereites Volk… aber auch ein bisschen touchi, wenn es um die Kinder geht. Mich stört das nicht, wir hatten aber auch den Fall, dass wildfremde Menschen Johann plötzlich auf den Arm genommen haben und ein paar Meter weggegangen sind oder Fotos geschossen haben. 

Angekommen in unserer Beach Villa 

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10 Tage eine eigenen Villa am Strand!! Der Vorteil: wir für uns, eigener Pool, direkt am Strand, abseits des Tourismus. Der Nachteil: keine Restaurants in der Nähe und keine Vorhänge zum Verdunkeln. Die Lösung: Die Nachbarin war so nett, jeden Tag für uns zu kochen. Wir hingen derweil bei ihr im Wohnzimmer ab. Immer wenn wir kamen, um zu „bestellen“ wurde ein Ventilator, von 1965, irgendwo ausgesteckt, wir sollten auf einem Plastikstuhl im Wohnzimmer Platz nehmen und der Ventilator wurde direkt vor unser Gesicht gestellt …vergisst man auch nicht solche Momente. Das Essen war übrigens sehr lecker, nur das mit den Vorhängen wurde uns 10 Tage zum Verhängnis. … Aber hey, die Sonnenaufgänge waren schön. Übrigens muss ich kurz erwähnen, dass die Kinder in drei Wochen Sri Lanka nicht einmal Magen-Darm Probleme hatten!! Nichts, nicht mal ein schiefer Pups. 

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Die letzte Station war Galle. Wir haben in einem super schönes Guesthouse im Dschungel bei Galle geschlafen. Das kann ich wirklich sehr empfehlen! Super nettes Personal, tolle Zimmer, tolle Anlage, gigantisches Essen!

Good Vibes Villas

Galle war eigentlich der Ausgangspunkt für viele Ausflüge, die wir in den letzten Tagen noch machen wollten. Dann passierte der Anschlag und die Stimmung kippte. Auf der einen Seite tat mir das alles so unfassbar leid. Die unschuldigen Menschen, der Ruf des Landes, die Folgen. Auf der anderen Seite waren wir wütend und etwas ängstlich. Ich wollte unbedingt die Altstadt von Galle sehen, wir wollten noch in den Nationalpark und div. Tempel besuchen. Aber wenn dir Einheimische sagen, dass du das jetzt besser bleiben lassen sollst, dann fängst du mit zwei kleinen Kindern auch nicht an, einen auf Abenteurer und Entdecker zu machen. 

Also hielten wir die Füße still, blieben in unserer Unterkunft, fuhren nach Unawatuna, mit vielen kleinen Cafes, Shops und Restaurants, schaukelten auf Palm Swings in Dilawela Beach, fuhren fast täglich auf den Spielplatz (super Spielplatz mit Indoorsauna …äh -bereich), aßen phantastisch in unserer Unterkunft, machten einen Kochkurs, eine Bootstour zu den Affen und genossen die letzten Tage der Reise. 

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Fazit: 

Ich dachte immer, ich muss auch dieser Typ Eltern sein, der mit seinen Kids, die natürlich auch absolut reisebegeistert sind, um die Welt fliegt. Irgendwie habe ich mir den Druck völlig umsonst gemacht. Müssen wir denn die total abgedrehte Surfer-Familie sein? Nein! Meine Kinder merken 200 Kekskrümel im Bett nicht, haben aber anscheinend große Probleme mit nur einem Sandkorn am Fuß! Aber das ist ok! 

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Jeder, mit dem ich gesprochen habe, hat mir bestätigt, dass diese Art von Reisen mit zwei so kleinen Kindern eine Herausforderung wird. Ich wollte das nicht hören, nicht mal von anderen Familien mit Kindern vor Ort. Wir sind cooler, oder? Wir sind ein spitzen Reiseteam, oder? Ja, das sind wir und ja, nächstes Jahr geht es mit Sicherheit auch wieder um den Globus, ABER ich habe wieder ein paar Sachen dazugelernt. 

  1. Abenteuer schön und gut, aber hier und da sollten es relaxte und kinderfreundliche Stationen und Unterkünfte sein. Also die Reise endschleunigen, lieber mal was auslassen und länger an einem Platz bleiben. 
  2. Sri Lanka ist nicht Thailand. Vieles ist noch nicht so ausgebaut und touristisch erschlossen. Das ist zwar auf der einen Seite toll (gerade für Backpacker ohne Kinder oder mit größeren Kindern) – stellt aber in Punkto Essen, Wegstrecken usw. oft eine Herausforderung dar. 
  3. Besser informieren. Ich gebe es zu! Ich dachte, es wird wie in Thailand. Easy. Aber tatsächlich hätte ich mich besser informieren müssen. „Wann sind Feiertage vor Ort, wegen dem Verkehr? Welche Stationen wären eher auf unsere Bedürfnisse abgestimmt gewesen? Welche Unterkünfte sind eher für kleine Kinder geeignet?“, vielleicht wäre ein Abstecher in den Osten doch besser gewesen, auf der Westseite war das Meer so rau, dass die Kinder (und auch wir) nicht wirklich baden konnten. 
  4. Hier und da ein größeres All Inclusive Hotel ist für die Kids und deren Eltern recht erholsam :-)

 

 

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