Tipps und Tests

Daumen hoch…nein, Hände hoch für den Pumpinator

Dieser Beitrag ist für alle pumpenden Mamis! Ihr habt mein Mitgefühl. Vier Monate und drei Tage war diese Pumpe Fluch und Segen zugleich für mich. Niemand hat mir gesagt, dass Stillen so ein Problem darstellen könnte. Man wird vorbereitet auf die Geburt, man wird vorbereitet auf die erste Zeit mit einem Neugeborenen, aber aus irgendwelchen Gründen ging diese ganze Stillproblematik im schwarzen Loch  meiner Schwangerschaftsdemenz verloren. Ich dachte, entweder will eine Frau stillen und dann stillt sie, oder sie will es nicht, dann lässt sie es. In manchen Fällen funktioniert es vielleicht nicht und dann lässt man es eben auch bleiben. Vielleicht war diese Vorstellung etwas naiv von mir, aber ich wusste es zu diesem Zeitpunkt nicht besser.

Ich war hilf-, rat-, und schlaflos

Ich wollte stillen, aber hatte große Probleme damit. Unser Sohn trank nicht gut von der Brust und ich hatte höllische Schmerzen, die auch mit der Zeit und diversen Hilfsmitteln leider nicht besser wurden.

Ich ließ mir ein schlechtes Gewissen machen und dank dem Hormoncocktail, der durch den Babyblues eine wilde Party in meinem Kopf veranstaltete, war ich der Überzeugung mein Kind stillen zu MÜSSEN. Irgendwann fanden wir eine annehmbare Kombination aus Stillen an der Brust und abgepumpte Milch trinken. Schnell stellte sich aber heraus, dass das Pumpen meinen ganzen Alltag und auch die Nacht bestimmte und es gefühlt kein anders Thema mehr gab. Ich saß am Frühstückstisch – mit Pumpe, ich bereitete mein Mittagessen vor – mit Pumpe, ich telefonierte – mit Pumpe und abends beim Fernsehschauen – mit Pumpe, musste der Mann die Lautstärke hochdrehen, um das Pumpengeräusch zu übertönen. >> Määhp, määhp, mäahp >> ich glaube ich werde dieses Geräusch nie vergessen. Aber ich wollte es durchziehen. Zumindest vier Monate, das war das Ziel. Gegen Ende wurde es immer schwerer. Mittlerweile war jede Mahlzeit abgepumpt und ich kam gar nicht mehr hinterher. Der Alltag bestand aus pumpen und füttern, pumpen und füttern, pumpen und füttern, ah ja und mal mit dem Hund raus gehen.

Ich überlegte mir die wildesten Sachen, um nicht stupide mit der Pumpe in der Hand dasitzen zu müssen und bewegungsunfähig zu sein. Mein Mann ist Kameramann und eines Tages fiel mein Blick auf einen seiner Mikrofongurte. Ein Gurt, der um die Brust oder Taille geklettet wird und an dem dann der Akku für das Ansteckmikrophon befestigt wird. Der Pumpgurt war geboren. Ich funktionierte das Teil etwas um und taada – ich hatte eine Halterung für den Aufsatz der Milchpumpe. Natürlich ist der Sinn beim Pumpen nicht, währenddessen den Haushalt zu schmeißen, aber es ist zumindest ein kleines Stück Freiheit. Man kann sich hinsetzen und hat beide Hände frei. Man kann Gemüse schnippeln, essen, schreiben oder sogar die Windeln wechseln und schafft sich so ein bisschen mehr Freiheit und Zeit. Über die Wichtigkeit kann man jetzt streiten, aber für mich war es die beste Erfindung und die größte Erleichterung für diese Zeit.

Wer Interesse an solch einem Gurt hat, kann mir gerne schreiben. Ich habe ein paar mehr hergestellt.

Der Gurt ist aus Neoprenklett. Er ist weich und angenehm zu tragen. Das Material ist antibakteriell und kann in der Maschine gewaschen werden. Durch den Klettverschluss passt er für jede Brust/Körpergröße. Es passen definitiv die Pumpen: Philips Avent elektrische Einzelmilchpumpe, Philips Avent elektrische Komfort-Doppelmilchpumpe und Medela Swing. Weitere sind nicht getestet, müssten aber meiner Meinung nach auch passen, wenn sie einen ähnlichen Brustaufsatz haben. Es sind zwei Löcher vorhanden, so kann man sie mit einer Single, aber auch mit einer Doppelpumpe nutzen. Der Gurt ist immer schwarz, den Klettverschluss gibt es in blau, rosa, weiß und schwarz.

5 Kommentare zu „Daumen hoch…nein, Hände hoch für den Pumpinator

  1. Saskia! Du hast so was echt gebaut.. ich kenn das mit der Pumpe, meist aber eher: Ich sitz im Atelier und pumpe. Es gibt so was aber auch zum kaufen gell, es ist so abartig.. Viele Grüsse, Gabi

    Gefällt mir

  2. Liebe Gabi, danke für Deine Nachricht. Ja, ich wusste mir irgendwann nicht mehr zu helfen und es hat mich tierisch genervt keine Hand frei zu haben. Ich habe den BH mit den Löchern dann auch gefunden, aber ehrlich gesagt war mir der zu teuer und auch irgendwie zu unpraktisch, weil man den BH ja anziehen muss. Meinen Grut kann man sich eben mal schnell über dem Pulli schnallen ;-) Sag Bescheid wenn Du einen brauchst, ich habe noch welche da.

    Gefällt mir

    1. Liebe Diana, danke für den Tipp, klingt auf jeden Fall interessant! Für den Moment bin ich aber sehr froh, dass Pumpen kein Thema mehr ist und unsere nun im Keller wohnt! …weeeeiiitt weg von mir ;-)

      Gefällt mir

Schreibe mir gerne einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s