Alltag

Meine Woche 51 // Kaputte Welt 

Schlechte Schlagzeilen, schlechtes Wetter, schlechte Laune. Das Jahr neigt sich dem Ende zu und gefühlt brodelt in jedem Zweiten eine Art Wut, Genervtheit und vielleicht auch ein bisschen Aggressivität. Schade! Unabhängig woher dieses Gefühl kommt, was der Auslöser ist, und wie schlimm die gegenwärtige Situation ist, versucht die schlechte Laune und den Hass nicht überkochen zu lassen. Seid respektvoll und lieb zueinander, freut euch mal wieder über Kleinigkeiten und vor allem, lächelt! Spruch der Woche: Ein Lächeln ist wie ein Komma – entweder wird es falsch gesetzt oder ganz vergessen. Ich vergesse lieber Kommas und erinnere mich mehrmals am Tag ans Lächeln. In einer TV-Werbung heißt es, dass Kinder über 400 Mal am Tag lachen, Erwachsene nur 15 Mal. Was ist los mit uns? Junior und all die kleinen Stöpsel da draußen haben es verdient in einer fröhlichen Welt aufzuwachsen und nicht Angst haben zu müssen, das Haus zu verlassen.

Mein Alltagsdschungel ist diese Woche ein Potpourri aus guter und schlechter Laune. Ich war genervt, ich war müde, ich war ängstlich, ich war überfordert, ich war überglücklich, ich war beeindruckt, ich war voll mit Brei – der Alltag einer Mutter.

Ausraster des Wochenendes: 

Ich weiß, Mütter, die von ihren Kinder schwärmen und abfeiern, was es alles schon Tolles kann, sind ätzend. Aber ich muss mal kurz meinen guten Vorsatz knebeln und mit verbundenen Augen und Ohren an einen der Bäume fesseln. Wir waren heute im Park, Junior hatte die Matschhose (!) und (!) Schuhe (!) an (bitte Applaus). Es ist neun Uhr. Außer uns ist keiner bei dem kalten Nieselwetter draußen. Ich liege mit meinem Handy fast auf dem Boden um festzuhalten, wie Junior fröhlich, auf zwei Beinen, den Weg entlang stampft. Es ist noch nicht lange her, da brauchte der süße Pflegefall Milch, um satt zu werden, eine Bauchmassage, damit die schiefen Pupse rausgehen und viel, viel Schlaf – außer nachts. Und jetzt, seht ihn euch an, er läuft ohne Hand, ohne Angst und ohne Tempolimit! Kein Wunder also, dass ich zutiefst ergriffen von diesem Moment, das haarige Baby (Hund), das gerade damit beschäftigt ist Kastanien durch die Luft zu wirbeln, aus den Augen lasse. Anmerkung: Es ist neun Uhr morgens und weit und breit ist niemand zu sehen. Plötzlich taucht eine hysterisch mit ihren Händen rumfuchtelnde und auf den Spielplatz zeigende Frau auf, die aufgeregt von einem Bein auf das andere hüpft.

Das LSD- Rumpelstilzchen ruft aus ca. 400 Metern Entfernung:

„Was macht der Hund auf dem Spielplatz?“ (hier mit besonders böser Stimme lesen!). Ich hab sie erst gar nicht wahrgenommen, in Neukölln brüllt ja öfter mal eine/r belanglose Dinge. Das Gifttäufelchen brüllt erneut. Ich schaue also unter meiner Heile-Welt-Glocke hervor, um zu sehen was diese Frau jetzt eigentlich für ein Problem hat. Noch mal zur Anmerkung: Es ist neun Uhr morgens und wir sind weit und breit die einzigen, abgesehen vom „Neighbourhood Watch Area“- Vorstand, die aber genau genommen auf der anderen Straßenseite und somit nicht im Park steht.

Ok, in gewisser Weise hat sie Recht, das kann man auch noch ganz leicht auf dem misshandelten Schild erahnen, das früher einmal einen durchgestrichenen Hund zeigte.

Heute hat der Hund aber ein Wu-Tang Zeichen als Kopf,

auf dem Körper klebt ein „Patrioten sind Idioten“-Aufkleber und aus dem Hinterteil des Hundes kommen angeklebte und durchspeichelte Kaugummiklumpen, die wohl einen riesen Hundehaufen darstellen sollen.

Ich akzeptiere das Verbot voll und ganz und nehme das Fellknäuel nie mit auf den Spielplatz, aber welchen Grund hat diese Frau bitte, mir das um neun Uhr morgens brüllend mitzuteilen, wenn weit und breit nur ein kleiner, wuscheliger Hund vergnügt die Raben jagt, die im Sand nach Essensresten, Zigarettenstummeln und liegengebliebenen Förmchen picken, ein kleines Kind durch den Park torkelt und seine vor Stolz völlig bekloppte Mutter Fotos macht?

Liebe Frau im Park, vielen Dank, dass sie ihren bürgerlichen Aufgaben nachgekommen sind und für Recht und Ordnung gesorgt haben. Wenn unser Hündchen Ihnen mit seinem angsteinflößenden Wuschelkostüm und dem nach Leberwurst lechzenden Blick, aus 400 Metern Entfernung Angst gemacht hat, dann entschuldige ich mich dafür und rate Ihnen nach Hause zu gehen, die Tür zu schließen und die gute Laune dauerhaft im Klo runterzuspülen.

Die Woche startet…zum Kotzen!

Während Junior die Nacht durchgeschlafen hat, hing das Hündchen zwei Mal über der Kloschüssel. Als ich ihm so das Fellzöpfchen und die Schlappohren nach hinten hielt, wurde ihm, glaube ich, klar, warum ich so ein Theater gemacht habe, als er den Schokoweihnachtsmann, inklusive Alufolie, verspeiste.

Sowohl ihm, als auch dem Sohn fehlt noch die Einsicht, dass Mutter immer Recht hat.

Mitte der Woche und ich habe eine Schreibblockade! 

Tagsüber kann ich nicht schreiben. Wenn der Junge sieht, dass ich tippe will er, wie von einem Virus befallen, wild auf die Tastatur einschlagen. Abends auf der Couch kann ich auch nicht tippen, weil sich der Hund mit seinem Kopf auf meine tippenden Hände legt und die Leberwurstreste des Jungen aus der Tastatur schleckt.

Das Wochenende naht, doch meine beiden Wecker laufen mit Solar…

Ich habe einen Wecker der 77cm groß ist, „MAAAAMMMAAA“ ruft und leider keine Snooze-Taste hat.

Für den Fall, dass der eine Wecker morgens nicht pünktlich ist, weil er nachts diverse Male Fehlalarm ausgelöst hat, habe ich noch einen zweiten Wecker. Er ist aus Plüsch und kann mein Gesicht befeuchten.

Er hat eine Snooze-Taste, die aber nur funktioniert, wenn ich dem Wecker erlaube, ins Bett zu kommen und in kreisenden Bewegungen mit Fingernägeln, die in der Mitte liegenden Taste stimuliere.

Oh Tannenbaum…

Wir haben unseren Weihnachtsbaum gekauft und aufgestellt. Ich konnte den Hund förmlich mit den Pfoten applaudieren hören, weil wir ihm ein Klo direkt neben sein Körbchen aufgestellt haben.

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