Alltag

Meine Woche 37 // Die letzte Woche zu dritt

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Montag: 
Zwei Jahre haben wir es ohne Familienbett geschafft. Ich bin mir selbst nicht sicher wie das passieren konnte, aber seit ein paar Wochen ist es ganz schön muckelig und eng auf unseren 160 Zentimetern.

Der Moment, wenn ein Helikopter startet – mit ähnlichen Bewegungen ist der Tiefschlaf meines Sohnes vergleichbar.
Eine Katze ärgern, und den Finger nicht schnell genug wegziehen – so oder so ähnlich geht die Geschichte nachts für mein Gesicht aus.

Ja, es hat auch Vorteile nicht mehr mitten in der Nacht rauszumüssen. Wie habe ich es gehasst, frierend auf dem Stuhl im Kinderzimmer zu warten, bis der Junge endlich wieder einschläft. Nur nicht atmen, keine falsche Bewegung, nicht auf die vorderen Dielen steigen und das Prickeln meiner eingeschlafenen Gliedmaßen ignorieren. Immerhin schläft hier irgendwas… Der Nachteil an dieser Bettsache: Morgens muss sich nur der Hund die Schnauze lecken, gähnen, pupsen, herzhaft schütteln (besonders geräuscharm, wenn man abends vergessen hat, ihm das klimpernde Halsband abzunehmen) oder seinen Adonis-Fellkörper mit Anlauf ins Familienbett katapultieren, um sich mitten rein plumpsen zu lassen. Kommt alles vor, ähnliche Reihenfolge und meist 30-60 Minuten bevor der Wecker klingelt. Fünf, vier, drei, zwei eins – und schon schauen mich zwei kleine, blaue Augen aus einem Zentimeter Entfernung an und es ruft „guck guck“ in mein Ohr.

Dienstag:
Morgens auf dem Weg zur Kita, es ist kurz vor halb 9, die „Bringzeit“ endet gleich, aber wir sind auf dem Weg und gut in der Zeit. Der Junge sieht eine Nacktschnecke am Gartentor. Das Ende ist wohl bekannt…

Neu ist auch, dass wir den Schuhlöffel jetzt überall hin mitnehmen müssen. Ich rolle und watschle in Zeitlupe mit meinem dicken Bauch und deshalb sieht mich wohl niemand schief an, wenn ich morgens mit Schuhlöffel von der Kita nach Hause laufe. „Das ist ja praktisch!“, winkte mir letztens eine andere Mutter zu. Nein, ich bin keine Hochschwangere, die ohne ihren Schuhlöffel nicht das Haus verlässt (aber eigentlich keine doofe Idee…). Immerhin habe ich es geschafft, ihm das Teil beim Verabschieden in der Kita wieder aus der Hand zu nehmen.

Mittwoch: 
Der größte Feind der entspannten Mutter ist ihr eigener Perfektionismus.

Ok, ich bin echt kein Küchenass, aber durch meine labilen Hormone nehme ich mir das aktuelle Verhalten meines Sohnes sehr zu Herzen. Der Junge isst Hundeleckerlis, trinkt aus der Regentonne, aber abends, wenn ich gekocht habe, schiebt er mit abfälligem Blick mein, mit viel Liebe und noch mehr Kreativität, zubereitetes Essen zur Seite.

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Aber abgesehen von meinem weinenden Stolz, ist hier noch alles ruhig. Die letzte Woche zu dritt hat begonnen und ich kann es kaum fassen. Natürlich mache ich mir Gedanken und natürlich habe ich wieder Panik wie alles so wird. Ich bin mir nach wie vor nicht sicher, ob es besser ist zu wissen was auf einen zukommt oder eben nicht. Ich glaube meine Männer können es mittlerweile nicht mehr hören. Memo an mich: Wo ist der Schwangerschaftsbonus und das Heititei in der zweiten Schwangerschaft abgeblieben? Aber vielleicht tut mir das auch ganz gut, und sie haben ja Recht! Vorfreude, Spannung und Vorbereiten ist doch viel sinnvoller als Panik zu schieben.

Ja, das Leben mit Baby wird sich auf eine Art verändern, wie man es nicht für möglich gehalten hätte. Man hat plötzlich Verantwortung und Pflichten und in allererster Linie ein großes Schlafdefizit. Und auch wenn wir versuchen werden alles zu geben, wird es manchmal eben doch nicht reichen. Soviel weiß ich schon mal :-)

Im Ernst, ich freue mich auf den zweiten kleinen Wurm. Wie er aussehen wird, wie er riechen wird und diese unbeschreiblich große und bedingungslose Liebe, die er mir, und ich ihm schenken werde.

Und bis dahin genieße ich die sanften und weichen Bewegungen, die das Baby im Bauch macht. Wie mit einer Feder, die den Bauch…“
Haha. Nein!

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