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Campingurlaub mit Kids – Erfahrungen, Tipps, Ausflüge & schöne Campingplätze  

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Ich betrete den Spülraum. Neun Spülbecken reihen sich aneinander. Immer Spülbecken und Abtropftstelle. Da stehe ich nun, mit meinem Körbchen. Ein paar Becher, 4 Schalen, Löffel und ein paar restliche Buchstaben im Suppentopf in denen ich ein kleines „yeah“ lesen kann. Das ist also Camping. 

Ein junger Mann kommt rein. Vollbart, Shorts, eine Pfanne und ein paar Teller. Eine Frau, Mitte vierzig mit ihren zwei großen Kids, tragen gleich zwei Körbe voll mit schmutzigen Geschirr rein. Eine Familie mit kleinen Kindern ist gerade fertig und verlässt den Raum. Ein älteres Pärchen steht an der Spüle neben mir. Es riecht nach Putzmittel. Sie wäscht ab, er trocknet ab. Die beiden, hochkonzentriert und eingespielt in dem was sie tun. Irgendwie süss die zwei, denke ich und fange an, meine Sachen mit der Hand zu waschen. Ach ja, den Lappen haben wir vergessen. 

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Zurück zum Anfang. Als Neu-Familie muss man sich ja erstmal eingrooven was die Urlaubsplanung angeht. Das Backpacken mit zwei kleinen Kids nicht so gut klappt wie zuvor als Pärchen, hatten wir schon rausgefunden. Aber auch All-Inklusive auf Mallorca war nicht das Richtige für uns. Also wagten wir das Abenteuer, auf dem Weg hin zu unserem perfekten Urlaub. 

4 Tage Camping – 3 Stationen – 2 Kids – 1 Auto – 0 Ahnung was uns erwartet

Morgens, also vormittags, ok, es war dann doch 13 Uhr, sind wir endlich losgekommen -wer kennt’s? 

Sind ins Berchtesgadener Land und haben unseren Camper Rudi abgeholt! Paul Camper, eine Plattform auf dem Camper-Besitzer ihr Fahrzeug an Camper-Nichtbesitzer ausleihen. Die Übergabe lief easy. Ich hatte im Voraus bezahlt, Versicherung ist mit dabei, noch schnell alle Sachen von einem in das andere Auto und los ging es. 

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Die erste Station ein Campingplatz in Fügen. Zugegeben wir sind volle Lotte in die Anfängerfehler-Falle getappt »Im voraus gebucht«, dödööm. Der Camper an sich, macht sowas nicht. Genau das ist es doch, was Camping ausmacht. Spontan sein, flexibel, abenteuerwütig – und das alles MIT Kindern. 

Anyway. Ich bin neu in dem Business und dachte, im August gehen wir mal auf Nummer sicher. Um den Spannungsbogen jetzt wieder zu endstraffen, auf jedem Campingplatz hätten wir auch noch kurzfristig einen Platz bekommen! 

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Das Gute, ich hatte im Voraus top Campingplätze gebucht. Quasi die Crème de la Crème. Indoor Pool, Outdoor Pool, Familienbadezimmer, Spielplätze, Semmelservice und WLAN. Ok, ich Banause ich weiß – aber für unseren Trip sollte einfach alles perfekt werden. Leider konnte ich das Wetter nicht beeinflussen und so kam es, wie es kommen musste. Es schüttete. Die erste Nacht noch Sternenklar. Im Dachzelt schliefen mein Großer und ich, der Kleine und mein Mann unten. Wir machten es uns gemütlich, ließen alle Fenster und Rollos offen und schliefen bei Grillenzirpen unter dem Sternenhimmel ein. Am Morgen dann der Wolkenbruch und Wasser marsch. 

„Zunächst musst du die fünf Phasen der Verarbeitung von schlechtem Wetter beim Camping-Urlaub überwinden: Unglaube, Wut, unangebrachte Hoffnung auf Besserung, Verzweiflung und Trauer. Das bringt dich nämlich alles nicht weiter und macht die Zeit nicht schöner. Also arbeitest du erst einmal an deiner inneren Haltung: Wir machen da jetzt das Beste draus.“* 

Super schade und obwohl ich eher der Typ „Weltuntergangsstimmung“ und „tiefste Trauer“ bei Misslagen bin, trug ich unser Schicksal mit Fassung. 

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Wir hatten eine tolle Nacht (Wörter, die ich in dieser Kombination maximal selten bis noch nie von mir gegeben habe!). 

Selbst das Frühstück unter unserem Vordach war gemütlich. Dann ab in die Gummistiefel, Matschhosen an und in den Wald. Die Kids hatten den größten Spaß. Nach einer Runde im Schwimmbad kuschelten wir uns hinten in den Wagen, lasen Bücher, guckten Pettersson und Findus, vernaschten Kekse unter der Decke und beobachteten die Regentropfen, wie sie an der beschlagenen Scheibe ein Wettrennen machten. 

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Am Ende hatten wir dann doch noch ein paar Sonnenstunden, bevor sich der nächste Schauer ankündigte und wir uns wieder auf dem Heimweg machten. 

Schon komisch, obwohl es bestimmt so viel besser gewesen wäre, wenn wir dauerhaft gutes Wetter gehabt hätten, haben wir alle diesen Urlaub als unglaublich schön in Erinnerung. 

Schaut euch hier den Film an.

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Tipps von uns: 

  • Organisation im Bus ist alles! Klamotten, Essen, Spielzeug, Waschzeug – Staurum gut nutzen und so einräumen, dass man auch im Camper-Schlafmodus gut rankommt. 
  • Taschen und Körbe! Die Organisation geht weiter. Mit dem Korb geht es zum Geschirr waschen, eine Tasche für das Schwimmbad und selbst die Semmeln morgens müssen ja irgendwie transportiert werden. 
  • Klopapier – auf unseren Campingplätzen nicht von Nöten, eine Grundausstattung im Camper ist aber sicher ratsam. (Spülmittel, Lappen, Geschirrtuch, Wäscheleine, Feuchttücher, Regenschirm, Wasserschlauch zum Wassertank befüllen, Taschenlampe…)
  • Nicht im Voraus buchen, so bleibt ihr flexibel und Campingplätze gibt es genug.  
  • Einen guten Campingführer haben (uns wurde der CC -CampingCard ACSI Führer empfohlen, mit dem man in der Nebensaison auch noch Ermäßigungen bekommt). 
  • Ein Vordach/Vorzelt ist sowohl bei gutem, als auch bei schlechtem Wetter praktisch. 
  • Gute Outdoor Kleidung. 
  • Mückenschutz

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Campingplätze – Empfehlungen von uns und von meiner Instagram Umfrage

Hells Ferienresort / Österreich 
Alpencamping Nenzing / Österreich 
Camping am Tennsee / Österreich

Ferienpark Schwarzwälderhof / Baden-Württemberg
Camping Berger / Köln
Camping am Hopfensee / Füssen
Camping Resort / Zugspitze
Camping Münstertal / Schwarzwald
Pilsensee / bei München

Gavina / Costa Brava
Camping Amfora / Costa Brava
Eurocamping Oliva / Spanien
Camping Almanat / Spanien

Campingplatz Seiser Alm / Südtirol
Camping Moosbauer / Südtirol
La Quercia / Gardasee
Camping Truria / Toskana

Camping les rives de l’Agay / Frankreich
Les Mures / Côte d’Azur
Aloha / Südfrankreich

Campingplatz Julianahoeve / Niederlande

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Ausflugsziele in Fügen: 

Lea @kruemel_im_bett hatte mir viele Tipps gegeben, u.a.:
Naturerlebnisweg Schleierwasserfall (Kinderwanderweg)

Putzi sucht die Wundernuss (Kinderwanderweg)
Juppi Zauberwald (kinderwagentaugliche Rundwanderweg)
Alpbachtaler Lauser Sauser (Sommerrodelbahn) 
Erlebnis Therme Zillertal (Schwimmbad)
Tirolland (Haus steht Kopf – gut bei schlechtem Wetter)
Fichtenschloss Rosenalm (super Spielplatz auf dem Berg)

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* Zitat aus dem Artikel https://paulcamper.de/magazin/so-machst-du-das-beste-aus-schlechtem-wetter-im-camping-urlaub/
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2 Kommentare zu „Campingurlaub mit Kids – Erfahrungen, Tipps, Ausflüge & schöne Campingplätze  

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