Alltag

Meine Woche 31 // Tierisch miese Laune

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Es ist dunkel, es ist mitten in der Nacht und Baby Nummer 2 drückt auf meine Blase. Im Dunklen schleiche ich mich leise aus dem Schlafzimmer, um, wie jede Nacht, vom automatischen Nachtlicht im Gang zusammenzuzucken. Wieder auf normalem Puls, gehe ich weiter ins Bad und schließe die Tür hinter mir. Verschlafen und ohne Brille halte ich die Uhr ganz nah an mein Gesicht. Diese elfunddrölfzig Gedanken zum Thema zwei-Kinder-haben, gehen mir nachts einfach nicht aus dem Kopf.

Und auch wenn ich diese Schwangerschaft nicht ständig auf dem Schirm habe, habe ich das Gefühl, dass sie sehr viel intensiver ist.

Ich bin vergesslich! Geplagt vom schlechten Gewissen, fiel mir letztens erst beim Blick auf die bereits in Juniors Kniekehle hängende Windel ein, was ich eigentlich tun wollte – bevor ich 23 andere Sachen angefangen habe.

(Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass wir gerade „Windelfrei Phase 1“ testen. Das Kind verbirgt hin und wieder einen Nachmittag ohne Windel und schwört dann, dass der Hund ihn angepinkelt hat.)

Ich bin emotional! Ich glaube, ich kannte bis jetzt nur einen Bruchteil meines Gefühlsrepertoires. Nah am Wasser gebaut ist noch untertrieben, ich sitze wahrscheinlich direkt in einem Brunnen.

Ich bin schusselig! Ich habe das Gefühl, alles entgleitet mir. Topfdeckel fliegen im hohen Bogen, mittlerweile können sich nur noch vier Leute gleichzeitig einen Kaffee bei uns machen und heute Morgen dann der Klassiker mit dem Parfum Flakon. Scherben bringen Glück, Krabbeltierchen töten bringt mieses Karma. Das scheint wohl der Grund für mein kleines Schwangerschaftstief. Ich kann nachts nicht mehr gut schlafen, der Rücken schmerzt, der Bauch und die Stimmung drücken.

Diese Woche war einfach tierisch mies! 

Wenn sie eine entspannte, schwangere Frau mit Kleinkind im Kinderwagen und bravem Hündchen an der Leine, bei Sonnenschein über die saftig grünen Felder, im Münchner Norden spazieren sehen – ich bin’s nicht!

Und mit zwei ganz kleinen Gehirnzellen dachte ich es mir noch, als ich den Jungen auf die Schultern sattle, um ihm die Rehe in der Ferne zu zeigen. Keine halbe Sekunde später, nimmt auch unser stinkendes Wachtierchen (hat sich gestern mit Eau de Kuh gebadet) die Fährte auf und zischt ab. Aber wie! Weg war er!

Und nu? „Gut“, dachte ich. „Dann kaufen wir jetzt wohl ne Katze!“

Unzählige Male „Charly“ gerufen, nichts hat was gebracht. Ganze 25 Minuten später, 17 Nacktschnecken finden, 30 Steine werfen, 8 Grashalme quietschen lassen und 400 unausgesprochene Schimpfwörter, kam er dann tatsächlich wieder! Boa war ich sauer auf das Fellmonster!

Da kam mein Ausflug in die City wie gerufen! Aus der Reihe „Mutti macht mal wieder was alleine“. Heute: ALLEINE Auto fahren. An der roten Ampel die Nägel lackiert, Musik auf Anschlag und die Kurven einfach nehmen wie sie kommen, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, dass der Hund im Kofferraum vom Kinderwagen erschlagen wird und der Junge die Snacks fallen lässt. Herrlich. Freiheit. Verrücktheit. Gelassenheit. Tinitus im Ohr. Leichte Übelkeit wegen des Lackgeruchs im Kleinwagen. Verklebter Magen vom Tankstellen-Snickers.

Und als ein Polizeiauto mit Sirene an mir vorbeifuhr, habe ich mir vor Euphorie den Kopf an der Sonnenklappe gestoßen. Das ist wohl der Klassiker, wie (ohne Baby) den Einkaufswagen an der Supermarktkasse hin- und herzuschieben, damit die Einkäufe nicht aufwachen.

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Am Abend gabs dann aber zur Entspannung eine Gute-Nacht-Geschichte vom Räuber für mich. Zum ersten Mal liest ER mir das Buch vor:
„Brum-Brum, Muh, Miau, Piep-Piep, Tatü-Tata, fertig!“
Nun gut, ich hab schon schlechtere Stories gehört.

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